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Praxistest Nikon ZR: die kleine RED-Cine-Kamera - Autofokus und Bildstabilisator

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Seite 4 von 5: Autofokus und Bildstabilisator

AUTOFOKUS

Auf dem Papier erkennt die Nikon ZR nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Vögel, Autos und andere Fahrzeuge sowie Flugzeuge. Wir haben den Autofokus naturgemäß primär an Personen getestet und können der Kamera eine gute, aber nicht sehr gute Leistung attestieren. Das deckt sich mit den Erfahrungen aus dem Hands-On auf der IBC und eigentlich sind wir von Nikon inzwischen besseres gewohnt. Im Test war die Kamera grundsätzlich zuverlässig, aber ab und an zu langsam bei der Erkennung. Wer von Hand eingreift und die entsprechende Person mit dem Finger markiert, ist oft schneller am Ziel. Doch leider verlor die Nikon ZR auch einmal erkannte Personen oder kam, trotz gemächlicher Bewegung, mit der Verfolgung nicht hinterher. Leider passierte das schon mit einer Person im Bild, was dann mit mehreren Personen zwangsläufig nicht besser wurde. Hier sprang der Autofokus dann zu leicht zu einer anderen Person und musste immer wieder händisch zur eigentlichen Akteurin im Bild gesetzt werden. Hier muss Nikon entsprechend was die Objekterkennung als auch die Verfolgungszuverlässigkeit angeht nochmal nacharbeiten.

Beim Autofokus gab sich die ZR öfters etwas träge und stellte hier zum Beispiel nicht auf das Gesicht, sondern den Bass scharf.

BILDSTABILISATOR

Cine-Kameras werden längst nicht mehr nur in großen Setups für Kino-Produktionen genutzt, sondern finden gerne für Dokumentationen, Werbung und Content Creation Verwendung. Auch deshalb erachten wir einen Bildstabilisator als zunehmend notwendige Eigenschaft einer Kamera, unabhängig vom Einsatzgebiet. Der Sensor der ZR ist beweglich gelagert, die beiden verwendeten Objektive besaßen jedoch keine optische Stabilisierung. Dennoch hat sich der Bildstabilisator sehr gut geschlagen: selbst im Telebereich bei 70 bis 135 Millimetern Brennweite konnte er bei statischen Aufnahmen aus der Hand das Bild so gut beruhigen, dass wir ein Stativ nicht vermissten. Üblicherweise haben wir mit optischer und elektronischer Sensorstabilisierung aufgenommen, was in den allermeisten Fällen in ruhigen Bildern resultierte. Dabei funktionier die Bildstabilisierung auch bei leichten Schwenkbewegungen sehr gut und lässt sich durch den motorischen Antrieb des Powerzoom nicht aus dem Tritt bringen. An die Grenzen kamen wir mit eher dynamischen Kamerabewegungen: Solange man sehr langsam und kontrollierte Bewegungen auf ebenen Untergrund hinbekommt, passt es noch halbwegs. Doch ein unebener Untergrund sorgt dann für Wackler, die dann auch kleine elektronische Artefakte sichtbar machten.

Nikon ZR Medienbureauc 1067928HInter dem großen 28-135mm-Powerzomm verschwindet die ZR geradezu. Trotzdem kann man mit dieser Kombination sehr leicht arbeiten, trotz fehlendem Bildstabilisator in der Optik.

Praxis und Fazit mit Wertungstabelle
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Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Nikon, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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