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Praxistest: Agfaphoto Realimove MC3X –günstiger DJI Osmo Pocket-Klon - Praxis und Bildeindruck

| Jonas Schupp

Seite 3 von 4: Praxis und Bildeindruck

PRAXIS

Zunächst: Dass man auf Tasten anstatt eines Joysticks setzt, mag bauartbedingt sein, ergibt aber zur Gimbalsteuerung wenig Sinn. Aufgrund des hohen Druckpunktes hört man die Tasten deutlich auf der Aufnahme und die Kamerafahrten erfolgen ruckartig und nur mit fester Geschwindigkeit. Insoweit drehten wir immer im handgeführten Modus, was dank der aus handelsüblichen Gimbals bekannten Modi sehr gut funktionierte. Generell hat uns das Gimbal überraschend gut gefallen, da es sowohl vertikal als auch horizontal sanft nachregelte. Auch wenn es nicht das schnellste Gimbal ist, ist es für Vlog-Aufnahmen uneingeschränkt praxistauglich. Mehr eine Spielerei ist der Infrarot-Modus, welcher zwar die Lichtstärke, aber ebenso das Bildrauschen erhöht. Zwangsläufig sieht das nunmehr schwarz-weiße Bild aus wie aus einem Horrorfilm, wie man im Video sehen kann. 

Ist der Bildschirm vertikal gedreht, filmt die Kamera automatisch im 9:16-Format.

Was überzeugen konnte, ist die Bildstabilisierung – auch hier leistet sich das Gimbal im normalen Betrieb keine Schwächen. Nur schnellere Bewegungen bringen das Gimbal dann doch aus dem Tritt und die Stabilisierung wirkt eher kontraproduktiv. Demgegenüber steht ein unterdurchschnittlicher Autofokus, dessen Personenerkennung nur selten funktionierte. Ob überhaupt ein Autofokus verbaut ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen, denn der verbaute Sensor verfügt nur über einen Fixfokus. Auf der anderen Seite erkennt die Kamera Personen und kann sie auch automatisch verfolgen. Autofokus oder nicht: aufgrund der kleinen Sensorgröße ist sowieso alles mehr oder minder scharf, auch bei Vlog-Aufnahmen. Bei diesen kann man sich jedoch auf den großen Bildschirm verlassen, dessen Auflösung vom Hersteller leider nicht angegeben wird, der aber hochauflösend genug zur zuverlässigen Bildkontrolle ist. Ähnlich gut ist die Akkulaufzeit, die mit 170 Minuten angegeben wird. Wir halten das für durchaus realistisch, da wir im längsten Zyklus ohne Akkuladung etwa 80 Minuten bei Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt filmten und anschließend noch einen halb vollen Akku hatten. Wie viel Prozent Restladung genau vorhanden war, können wir jedoch nicht genau sagen, da die Akkuanzeige lediglich aus vier Balken besteht.

Agfaphoto Realimove MC3X AkkuanzeigeDer große Bildschirm ist das beste Argument der MC3X. Die Akkuanzeige oben rechts besitzt nur vier Balken und ist damit wenig präzise. 

BILDEINDRUCK

Nutzlos ist hingegen der Digitalzoom. Klar, bei 8,29 Megapixeln resultiert ein Zoom immer in Detailverlust. Schade hingegen, dass ebensolche Bildverluste auch in den niedrigeren Auflösungen auftreten, obwohl theoretisch noch Pixel verfügbar wären. Ein deutliches Indiz, dass die niedrigeren Auflösungen nicht durch Oversampling, sondern durch Lineskipping erreicht werden. Generell erinnert das Bild eher an alte Camcorder als an moderne Technik, mit Moiré, teilweise verwaschenen Texturen sowie geringer Sättigung – letzteres sowohl im normalen Bildprofil als auch bei Aufnahmen mit höherer Dynamik, welche die Kamera unter dem Menüpunkt „WDR“ anbietet. Agfaphoto gibt für die Kamera einen Bildwinkel von 120 Grad mit Verzerrungskorrektur an und während ersteres stimmt, konnten wir Verzeichnungsfreiheit lediglich in der Bildmitte attestieren. An den Bildrändern stecken sich Menschen und Objekte hingegen in die Länge.

Agfaphoto Realimove MC3X VerzerrungenDie Verzerrungen im Bild sind so deutlich, dass bei Personen schnell eine „Pinocchio-Nase“ entsteht. Auch die Bilddynamik ist nicht sonderlich berauschend.

Ton und Fazit mit Wertungstabelle
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Autor:
Jonas Schupp
Bildquellen:
AgfaPhoto, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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