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Report: privater Spielfilmdreh in Thailand - Workshop 4

| Joachim Sauer

Seite 5 von 5: Workshop 4

Nacht und Nebel-Aktion: An unseren Sets lautete die Devise „Mehr ist besser", und oft musste man das Bild tatsächlich erst durch den Kamerasucher beurteilen, um die Nebelwirkung einzuschätzen, weil einem der Dunst in der realen Welt mit bloßem Auge schon zu stark vorkam. Hier bliesen wir den Nebel fast 15 Sekunden lang in Gullideckel, so konnte während des laufenden Takes immer ein gleichmässig ästhetischer Nebelstrom entweichen und die Sets stimmungsvoll bereichern. 15 auf der flucht 16 auf der flucht Der Showdown in Bangkok war vor allem lichttechnisch ein Problem – wir verlängerten den Schein einer zu dunklen Straßenlaterne mit unserer Kinoflo-Leuchte, die aber somit dauernd im Bild war. Ein paar große Körbe mit Abfall brachten Sichtschutz für die Kamera und dienten als Abfangmöglichkeit für die Hauptdarstellerin, die im Kampf zu Boden geht. Wir richteten dieses Set drei Stunden lang ein und drehten die ganze Nacht – bis uns die Anwohner verscheuchten. Beim Schlusskampf wollte ich möglichst auf Schnitte verzichten – am Stück kommen gut choreografierte Kampfsequenzen am besten, wenn Fehler nicht durch schnellen Schnitt kaschiert werden müssen. Es kann auch irgendwo im Hintergrund ein Scheinwerfer stehen, die bei schnellen Durchschwenks ein schönes Gegenlicht erzeugen. Hollywood-Regisseur Michael Bay („Transformers") führt den Trick schon seit Jahren vor, und keiner fragt bei den Action-Szenen, wie die vier Sonnen ins Bild kommen. 17 auf der flucht 18 auf der flucht

Am Ende der Thailand-Sequenz kauert eine reichlich derangierte Esther Maaß im Terminal. Der Dreh im Flughafen war zwar angemeldet, um aber erneut gaffende Touristen zu vermeiden, drehten wir quasi aus der Hüfte ohne großes Aufsehen zu erregen. Im Hintergrund hält ein Produktionsassistent eine unserer LED-Lampen, was deutlich flexibler als ein Stativ-Einsatz ist, wenn man die Location in Windeseile wechseln muss.

 

Fotos: Steffen Hacker

 

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