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Report: privater Spielfilmdreh in Thailand - Workshop 2

| Joachim Sauer

Seite 3 von 5: Workshop 2

Der Trick gegen störende Touristen: Wir begrenzten die Schärfentiefe der Sony FS 700 mit einem variablen Tiffen-ND-Filter vor dem 50-Millimeter-Carl-Zeiss-Objektiv und schalteten die internen ND-Filter dazu, die sechs Blenden schlucken. Mit dieser Verdunkelung drehten wir bei strahlendem Sonnenlicht mit offener Blende und erzeugten eine Unschärfe, die dem Look eines Full-Frame-Sensors ähnelt und Personen schon einen Meter hinter den Darstellern unscharf abbildet – so waren Störenfriede im Bild eliminiert. 09 auf der flucht 08 auf der flucht Die Reisenden lernen sich kennen. Das harte Spitzlicht auf der Schulter und die Aufhellung im Gesicht sind mit Styros von der Kinoflo zurückgeworfen. Die erste LED-Lampe bescheint die Rosen im Vordergrund, damit sie sich vor der Tiefe des Raums visuell abheben, die zweite Lampe liegt auf dem Kühlschrank im Hintergrund, dient als zweites Spitzlicht und „verlängert" das echte Licht, das der Kühlschrank abgibt. Schön wäre eine Aufhellung für die Haare im Vordergrund, aber der Darsteller im Fokus hat Vorrang. Die Tanzszenen in einem Club brauchten nur wenige Komparsen – meist Teammitglieder. Wir kombinierten die Szenen mit Zeitlupen aus der FS 700. Jede Bewegung sieht bei vierfacher Verlangsamung spektakulär aus, und Tanzszenen funktionieren perfekt. Wir drehten mit 24 Bildern pro Sekunde in NTSC (für Blu-ray-Authoring die beste Wahl und problemlos, wenn eine DCP-Kinodatei entstehen soll). Doch für die Zeitlupe schalteten wir auf PAL, weil sonst die Lampen sichtlich flackern. Thailand ist ein 50-Hertz-Land. 11 auf der flucht 10 auf der flucht

Mit im Gepäck war meine Panasonic GH 2 mit Kit-Linse und Canon-EF-Adapter. Diese filmende Spiegelreflex-Cam ist so kompakt, dass sie sogar Platz im Fußraum des Tuk-Tuks fand. So konnte ich mit einem 14-Millimeter-Sigma-Weitwinkel (das an einer GH 2 mit dem Cropfactor von 2 zum „gemässigten" Weitwinkel wird) während der Fahrt filmen. Das wirkte fast, als hätte ich ein Car-Rig (ein auf den Seiten offener Anhänger mit Requisitenaufbauten) für eine Hollywood-Produktion gehabt.

 

 
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