Report: privater Spielfilmdreh in Thailand - Workshop 3
| Joachim Sauer
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Auf zwei Tuk-Tuks durch die Großstadt – spaßig, aber unsicher. Deshalb verließ ich mich hier auf eine einzige Linse, das Zeiss 16-35 Millimeter ZA SSM f2.8, das für den Abstand zweier Fahrzeuge zueinander genug Abwechslung in der Brennweite bot. Für fast alle anderen Aufnahmen kamen Festbrennweiten zum Einsatz, weil sie noch lichtstärker (was nachts einiges ausmacht) und leichter (für Handkamera-Aufnahmen im „Run-and-Gun-Style") sind.
Unterschiedliche Kameras an einem Set fallen im Schnitt weniger ins Auge, wenn filmisches Licht gesetzt wird. So setzten wir unser Hauptlicht ein, als ob wir tagsüber bei Sonnenschein drehen würden – die „Sonne" immer als Hintergrundlicht hinter den Schauspielern (was ein herrliches Spitzlicht ergibt), von schräg vorne wird das Licht weich mit Styrophorplatten reflektiert. Der Videolook verschwindet nicht einfach, indem man sich eine teurere Kamera kauft, sondern erst durch ein „filmisches Bild".
Zum Kinolook gehört auch das Anordnen von Personen. Der ältere Darsteller, der den Hostel-Besitzer spielt, war zum Beispiel klein und stand vor einem dunklen Schlüsselkasten, was ein langweiliges Bild ergab. Als wir ihn auf eine Holzbox stellten, kamen die Metallobjekte auf der Box ins Bild, die in der Unschärfe schöne Reflexionen erzeugen und den Hintergrund lebendig und interessant machen. Je schöner die Unschärfe bei geringem Abstand zur Wand dann aussieht, desto besser.
Ein Schlüssel zum „Hollywood-Look" liegt in der Atmosphäre der Räume – niemand will ein cleanes Set sehen, schon gar nicht in Bangkok. Im Hostel hatte alles Patina, Dreck – deshalb liefen bei diesem Dreh auch fast unentwegt Nebelmaschinen. Ein Problem war dann freilich, dass das Nebelfluid auf dem Boden kondensierte und große Pfützen bildete, in denen die Schauspieler bei den Action-Szenen dann ausrutschten. Und natürlich kann man nicht jede Location mit Nebel zuqualmen.
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