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Gimbaltest: DJI Ronin RS 5 – Bedienung einfacher, Stabilisierung und Tracking perfektioniert - Stabilisierung und Tracking

| Joachim Sauer

Seite 3 von 4: Stabilisierung und Tracking

STABILISIERUNG

Als Upgrade der Stabilisierung spricht DJI von kräftigeren Motoren, die somit die Masse schneller bewegen können, beziehungsweise schneller für den Ausgleich der Bewegung sorgen. Ob die Motoren nun tatsächlich kräftiger sind, könnte man aufgrund der empfindlicheren Reaktion auf eine falsche Balance bezweifeln. Dennoch kann man festhalten, dass das Gimbal die Aufnahmen besser beruhigt und teils sogar schon zu zackig reagiert. Wir haben deshalb meist die Reaktionsgeschwindigkeit von Standard auf langsam gestellt, um harmonischere Bilder zu erreichen. Ein gutes Stück harmonischer reagiert das Gimbal aber auch auf die Bewegungen der Kameraleute sowohl leichte Bewegungen mit dem Gimbal als auch Körperdrehungen werden harmonisch umgesetzt. Bei den Aufnahmen am Weihnachtsmarkt kann man erkennen, dass das RS 5 auch auf schnelle und spontane Bewegungen gut reagiert und für einen ordentlichen Ausgleich sorgt. Selbes gilt beim Laufen oder Treppensteigen: Auch wenn man nicht ganz exakt für Ausgleich sorgen kann, bietet das RS 5 nun eine Stabilisierung, die ein gutes Stück über dem des RS 4 liegt.

Wer über das Menü die Folgegeschwindigkeit auf langsam stellt, bekommt unserer Erfahrung nach die harmonischeren Bilder.

TRACKING

DJI packt zwei Varianten seines Gimbals: Die eine besteht aus dem Gimbal mit allem was für den grundsätzlichen Betrieb nötig ist – sie kostet 569 Euro. Die zweite hat dann neben dem Zusatzgriff, einen Transportkoffer und das wohl wichtigste Teil dabei: Das Tracking Modul das offiziell „RS Enhanced Intelligent Tracking Modul“ heißt. Es wird einfach oben auf das Gimbal aufgesetzt und übermittelt über Konnektoren ein Bild an die Gimbalsteuerung. Ist das neu? Genaugenommen ebenfalls nicht, denn das Tracking hat DJI bereits mit dem RS 3 eingeführt, wobei eben das damalige Lidar-Modul per Kabel angebunden werden musste. Jetzt reicht das simple Aufsetzen und das Modul rastet ein. Dass es korrekt angebunden ist, zeigt ein kleines rotes Symbol im linken oberen Bildschirmeck. Streicht man nun einmal nach rechts über das Display, bekommt man das Bild der Modul-Kamera zu sehen und kann den zum Tracking gewünschten Bildausschnitt oder eben ein Objekt markieren. Dabei ist der Touchscreen des Gimbals vielleicht etwas klein, so dass man etwas zielen muss – gerade, wenn man das Gimbal bereits mit einer Hand hält. Hilfreich ist es, das Gimbal und Motiv stehen ruhig. Wer ein bereits in Action befindliches Motiv markieren will, benötigt etwas Übung und eine ruhige Hand. Ist das Tracking aktiviert wechselt die Ring-LED um das kleine Objektiv des Moduls von Rot auf grün und nimmt die Arbeit auf.

DJI RS5 Bedienelement Tracking ModulDas kleine Trackingmodul muss nur aufgesetzt werden und wird vom Gimbal mit Strom versorgt. Das Bild sieht man auf dem Display des Gimbals. 

Dabei kann man DJI bescheinigen, dass das Tracking sehr gut funktioniert. Ist das Motiv einmal markiert, bleibt das Gimbal nahezu stoisch auf dieses ausgerichtet. Wobei man nun eben nicht nur Menschen zur Verfolgung markieren, sondern weitere Objekte wie beispielsweise Fahrzeuge, Haustiere oder Gegenstände verfolgen kann. Dabei ist das Gimbal in der Standard-Einstellung etwas zu nervös – zumindest, solange sich das Motiv sehr dicht vor dem Gimbal befindet. Hier hilft es die Steuerungsgeschwindigkeit über die Einstellungen auf langsam zu setzen. Für uns eines der Highlights: Das Tracking Modul lässt sich durch weitere Personen im Bild nicht durcheinander bringen und erkennt eine Person wieder, wenn diese den Bildausschnitt wieder betritt, so dass das Tracking nahtlos weitergehen kann. Wie gut das funktioniert, wie das Ganze funktioniert zeigen wir bei uns im Studio – hier lohnt sich in jedem Fall der Blick in unser Testvideo.

DJI RS5 Display TrackingDas kleine und nicht immer ganz treffsicher per Fingerberührung bedienbare Display macht die Markierung des Verfolgungsobjekts nicht immer ganz leicht.

Varianten und Fazit mit Wertungstabelle
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Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
DJI, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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