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HANDHABUNG
Wie inzwischen üblich hat das Standardset des Mic Pro zwei Sender, einen Empfänger und alle drei Geräte finden in einer Ladeschale Platz, die selbst nochmal einen Akku (2815 mAh) hat und so für eine längere Akkulaufzeit sorgt. Wobei wir feshalten können; 10 Stunden Betriebszeit für Sender und Empfänger sind etwas optimistisch, doch einen Drehtag mit den üblichen Abschaltzeiten der Kamera – das bekommt das Mic Pro hin. Zumal sich der Sender an der Kamera orientieren und mit ihr abschalten kann. Zudem bietet die Ladeschale Platz für die zwei Klemmen der Sender sowie die alternativen Magnetclips. Damit man diese nutzen kann müssen die Klemmen von den Sendern entfernt werden, was derart beherztes Schieben nötig macht, dass man sich das Anfangs kaum traut. Die Klemmen benötigt man dagegen wieder, wenn der Sender als Richtmikrofon oben auf den Sender soll. Was die Sender nicht bieten, sind Mikrofoneingänge für Lavalier-Mikrofone. Der Empfänger hat einen Mikroausgang, wobei Insta360 das passende TRS-Kabel mitliefert, sowie ein Kopfhörerausgang zur Kontrolle.
Dass die Klammern nicht ganz so leicht vom Sender zu entfernen sind weiß auch Insta360 und signalisiert dies beim Ausliefern mit einem Kleber, der darauf hinweist. Wie fest man dazu drücken muss, will man aber kaum glauben – mit der Zeit klappt das dann aber doch ganz gut.
PRAXIS
Insta360 verspricht eine durch KI-trainierte Geräuschunterdrückung die mit eingenem NPU-Prozessor Hintergrundgeräusche reduziert. Dabei soll die Stimme „nicht wie üblich abflachen oder abstumpfen, aber dennoch Wind, Publikumslärm und Umgebungsgeräusche gut reduziert werden.“ Das klingt zuerstmal vielversprechend und man kann festhalten: Die Geräuschunterdrückung funktioniert wirklich hervorragend und sorgt dafür, dass selbst lautes Aufkreischen im Publikum im Mikrofon des Sprechers kaum wahrnehmbar ist. Allerdings empfinden wir den Ton durchaus als dumpf und mit durch fehlende Höhen wenig brillant. Allerdings kann man festhalten, dass dies eigentlich nur bedingt der Geräuschunterdrückung zuzuschreiben ist. Als Sprechermikrofon ist das durchaus erträglich, im direkten Vergleich zu unserer Referenz im Video ist der Sound auch ohne Geräuschunterdrückung immer noch etwas zu dumpf. Wobei wir nicht den Eindruck erwecken mögen, die Tonqualität sei schlecht – die Verständlichkeit ist prima, aber eben wenig brillant. Im Bereich Content Creation halten wir dies für tolerierbar – ein Sender wird wahrscheinlich wenig begeistert sein, es sei denn man trickst etwas und schickt den Ton durch eine Audioverarbeitung.
Die Geräuschunterdrückung funktioniert tatsächlich extrem gut, ohne dass es die Qualität weiter beeinträchtigt. Wobei uns insgesamt der Ton zu dumpf ist.
Bei unserem Event war klar, dass die Band laut und dominant wird. Deshalb haben wir im Vorfeld die maximale Dämpfung eingestellt und auf die 32-Bit Float Aufnahme gesetzt. Das hat sich auch bewährt, denn der Ton bleibt so auch bei hohem Schalldruckpegel immer im grünen Bereich – beziehungsweise lässt sich nachträglich verlustfrei in den grünen Bereich ziehen. Gut ist zudem die interne Aufzeichnung, zumal die maximale Reichweite sehr optimistisch mit 200 Metern angegeben in der Praxis bereits bei knappen 50 Metern bei simpler Körperabdeckung unterbricht. Wichtig ist zudem zu wissen, dass die Aufnahmen alle 30 Minuten automatisch geteilt werden, damit die Dateigrößenbeschränkung nicht zu einer Unterbrechung langer Aufnahmen führt. Entsprechend setzt man diese einfach in der Timeline wieder zusammen – letztlich ist das nicht besonders elegant, aber auch nicht weiter dramatisch.
Die interne Aufnahme auf den 32-GB-Speichern der Mikrofonsender ist ein inzwischen üblicher Mehrwert, der gepaart mit der 32-Bit-Float Technik Sicherheit für einen guten Ton gibt.