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Test DJI Osmo Pocket 3: Der perfekte Camcorder? - App und Flexibilität

| Joachim Sauer

Seite 2 von 5: App und Flexibilität

MIMO-APP

Beim im Lieferprogramm bleibenden Vorgängermodell gibt´s noch eine direkte Verbindung via Lightning- oder USB-Stecker zum Smartphone, auf dem man dann eine ordentlich große Vorschau hat. Natürlich kommuniziert auch die Osmo Pocket 3 mit dem Smartphone, doch eine Steckverbindung gibt es dafür nicht mehr. Stattdessen wird das WLAN bemüht, was nach dem ersten etwas umständlichen Einrichten prinzipiell ordentlich funktioniert. Die Zuverlässigkeit einer Steckverbindung hat es dennoch nicht. Doch man kann so die Osmo Pocket 3 (wie auch schon das Vorgängermodel) aus der Ferne steuern. Wir haben dies bei der Konzertaufzeichnung getestet und die Kamera einfach auf dem Flügel abgestellt, um eine weitere Bühnenperspektive mit Publikum zu bekommen. Aus circa 15 Meter Entfernung konnten war die Verbindung anfangs kein Problem, die Verzögerung war sichtbar, hielt sich aber in verkraftbaren Grenzen. Mit dem virtuellen Joystick der App ließ sich die Kamera ordentlich steuern. Auch das aktivieren der automatischen Verfolgung von einzelnen Sängern auf der Bühne was problemlos machbar. Die Verfolgung funktionierte bis zum anderen Bühnenende, wobei die Personen dann schon sehr klein sind. Die Verfolgung verlor die Kamera erst dann, wenn die Sänger ihr den Rücken zeigten und sich dann seitlich bewegten. Dann bleibt die Kamera auf der letzten Position hängen, anstatt nach dem Motiv im Bild zu suchen. Insgesamt ist die Verfolgung eher zu nervös wobei es lästig ist, dass die Kamera immer wieder auf in den Grundmodus „schnell“ wechselt und man so jedes Mal vorher wieder auf langsamere Verfolgung umschalten muss.

MEDIENBUREAU DJI OsmoPocket3 1057924Die Mimo-App ist bereits bekannt und bietet nichts grundlegend Neues. Die Steuerung via WLAN verursacht bei der Kamera mehr Energiebedarf, was zu einer schnelleren Überhitzung führt.

FLEXIBILITÄT

Apropos: Die Personenverfolgung klappt auch ohne App, denn das passende Motiv lässt sich auch auf dem rückwärtigen Display anwählen. Dieses überzeugt durch eine Helligkeit, die auch bei strahlendem Sonnenschein noch zu einer guten Erkennbarkeit sorgt. Dass es nun drehbar ist, wird vor allem Produzenten von Reels erfreuen, die in der Regel Hochkant produzieren wollen.

MEDIENBUREAU DJI OsmoPocket3 1057929Die Objektverfolgung lässt sich auch ohne App starten, indem man auf die entsprechende Person auf dem kleinen 2 Zoll-Display tippt.

Natürlich hatten wir bei der Konzertaufzeichnung den Zusatzakku unten angesetzt, schließlich wollten wir den gesamten Opernabend aufzeichnen. Doch die Osmo Pocket 3 machte uns nach knappen 20 Minuten einen Strich durch die Rechnung: Ihr wurde es im wahrlich nicht überheizten Saal zu heiß. Wobei wir eben die Aufzeichnung in UHD-Auflösung aktiviert hatten und die Kamera über WLAN gesteuert, beziehungsweise viel die automatische Objektverfolgung genutzt haben. Die Osmo Pocket beendete die Aufnahme, blieb aber immerhin aktiviert, so dass wir nach circa zehn Minuten die Aufnahme wieder starten konnten. Allerdings war dann bereits nach 15 Minuten wieder Schluss, wobei die Kamera dieses Mal auch ausging und somit für die erste Hälfte des Konzerts ausfiel.

MEDIENBUREAU DJI OsmoPocket3 1000643Mit dem Display wechselt wahlweise auch die Kamera in den Hochkantmodus, was die Auflösung auf 3K reduziert. Wer die Kamera einfach im Querformat lässt, kann das Hochformat später in der Nachbearbeitung ausstanzen und hat etwas mehr Gestaltungsspielraum.

Daran erkennt man schmerzlich, dass eine Funktion zum Aus- und Wiedereinschalten der Osmo Pocket 3 fehlt. Die maximale Akkulaufzeit unter den genannten Bedingungen mit Zusatzakku lag bei uns bei circa 120 Minuten, was an für sich sehr gut ist, wenn man es an einem Stück nutzen könnte. Allerdings ist die Konzertaufzeichnung natürlich nur ein Szenario. Im Praxiseinsatz einer Reportage oder bei Interviews wird man an diese Grenze wohl eher nicht stoßen. Hier arbeitet die Osmo Pocket 3 sehr zuverlässig und punktet eben durch die gute Integration des Funkmikrofon.

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