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Interview Boris FX: Boris Yamnitsky zur Übernahme der Vegas-Creative Software - Änderungen und Zukunft

| Joachim Sauer

Seite 2 von 2: Änderungen und Zukunft

ÄNDERUNGEN UND ENTWICKLUNG

VIDEOAKTIV: Die Entwicklung von Vegas Video fand, soweit ich das bisher nachvollziehen kann, bisher hauptsächlich in den USA statt, doch durch die Verknüpfung mit Magix Video Deluxe muss es wohl auch in Deutschland Entwickler gegeben haben. Sind in Deutschland und in den USA alle Vegas-Entwickler noch an Board, oder hat Magix im Rahmen der Umstrukturierung bereits das Entwicklerteam abgebaut?

Boris Yamnitsky: Die besten Entwickler von Magix sind zu Boris FX gestoßen. Sowohl auf der Audio- als auch auf der Videoseite. Im Audiobereich haben wir Sequoia, Samplitude und Music Studio. Aber ich sollte auch Acid und Sound Forge erwähnen, diese beiden Produkte stehen in engem Zusammenhang mit Vegas und wurden gleichzeitig entwickelt, sie teilen viel Code und Technologie. Jedes Programm hat seine eigenen Vorzüge für den Audiomarkt.

VIDEOAKTIV: Auf welche Veränderungen müssen sich Anwendende bei Vegas Video einstellen? Es gibt relativ enge Verknüpfungen mit Magix Video Deluxe, sowohl bei der Programmbasis als auch im Hintergrund, zum Beispiel den KI-Lösungen, die per Kontingent verwaltet werden.

Boris Yamnitsky: Ich gehe davon aus, dass sich viel ändert, weil Boris FX im Grunde ein ganz anderes Unternehmen ist als Magix. Wir legen Wert auf die Qualität, auf die Leistung. In den letzten Jahren haben wir uns mit KI und maschineller Lerntechnologie beschäftigt und sind mit dieser Technologie bereits sehr erfolgreich. Dinge wie Rauschunterdrückung, Video-Upscaling für das Video, Audio-Rauschunterdrückung und Maskierung, Rotoscoping und so weiter, gibt es bereits. Wir werden diese Technologien in Vegas implementieren. Wir haben bereits jetzt die Text-zu-Sprache- und Sprache-zu-Text-Module ausgetauscht um die textbasierte Bearbeitung oder Untertitel zu erleichtern. Wir versuchen immer, so viel Funktionen wie möglich lokal und nicht über die Cloud zu realisieren.

BorisFX Vegas PortfolioBorisFX war bisher für seine umfangreiche Effektsoftware bekannt, integriert nun aber Ton- und Videoschnittprogramme in sein Portfolio.

ZUKUNFTSHERAUSFORDERUNGEN, PREISMODELL UND ZIELGRUPPE

VIDEOAKTIV: Es gibt nicht mehr viele Hersteller von Schnittsoftware und entsprechend ist nicht so einfach, seine Spezialeffekt-Software an andere Entwickler zu verkaufen. Für das ursprüngliche Portfolio von BorisFX wird der Markt damit enger, oder nicht?

Boris Yamnitsky: Es ist ein sehr komplexer Markt, du hast recht. Aber ich glaube, dass Boris FX eine sehr einzigartige Formel für ein Softwareentwicklungsunternehmen hat. Wir waren in den letzten 13 Jahren sehr erfolgreich damit. Ich bin also absolut zuversichtlich, dass wir mit Vegas genauso erfolgreich sein werden, wie wir es bereits mit Mocha Pro, Silhouette, Syntheyes oder Sapphire sind und bleiben.

VIDEOAKTIV: Welche Art von Preismodell ist geplant?

Boris Yamnitsky: Was die Lizenzierung angeht, sind wir tatsächlich ziemlich flexibel. Wir bieten Lizenzen für unsere Unternehmenskunden an, wie z. B. Floating-Lizenzen und führen aber auch die login-basierte Lizenzierung ein, die eher für einzelne Nutzer geeignet ist, sodass sie das Produkt einfach mit ihren eigenen Anmeldedaten und ihren alten Konten lizenzieren können. So kann man seine Lizenz überall hin mitnehmen. (Anmerkung der Redaktion: Detailinfos in der News.)

VIDEOAKTIV: Welche Zielgruppe peilen Sie langfristig mit Vegas-Video an?

Boris Yamnitsky: Wir richten uns weitgehend an den Markt für Creator, meist Einzelpersonen, die ihre eigenen Videos professionell erstellen. Es könnte in Zukunft eine günstigere Version von Vegas geben, die an Movie Studio anküpft, das Magix es schon vor einiger Zeit hatte, aber der anfängliche Schwerpunkt der Entwicklung ist in Richtung der professionellen Nutzer.

 

 

 

 

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Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
BorisFX, MEDIENBUREAU

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