Insta360 Mic Pro: personalisierbares Funkmikrofon mit Mikrofon Array
Gleich zwei Probleme will Insta360 mit dem Mic Pro lösen: Dank E-Ink-Display lässt es sich mit dem eigenen Logo personalisieren und dank 3-Mikrofon-Array soll die Tonqualität und Flexibilität steigen.
Insta360 will mit dem Mic Pro Creator, Filmemacher, Podcaster und Event-Profis glücklich machen und professionelle Ergebnisse ohne professionelle Komplexität bieten. Das Mic Pro ist das erste drahtlose Mikrofon mit einem anpassbaren E-Ink-Display an jedem Sender. Über die Insta360 App können beliebige Grafiken ausgewählt und auf die Sender geladen werden. Der Bildschirm zeigt sie dauerhaft an, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Neben den Logo lassen sich die Sender auch mit einer visuellen Identifizierung versehen, so dass man künftig nicht mehr rätseln oder durch klopfen ermitteln muss, welches Mikrofon man jetzt erwischt hat. E-Ink verbraucht nur beim Aktualisieren des Bildschirms Energie, nicht beim Anzeigen eines statischen Bildes, was sich spürbar positiv auf die Akkulaufzeit auswirken soll. Bei direktem Sonnenlicht, wo OLED-Bildschirme ausbleichen und unlesbar werden, bleibt E-Ink scharf und kontrastreich, ohne zu blenden. Das Mic Pro kommt mit zwei Sendern und einem Empfänger in einer Ladeschale, die dank 2815 mAh Akku die Sender und den Empfänger nachlädt. Die Transmitter haben eine Akkulaufzeit von 10 Stunden, die mit dem mitgelieferten Ladecase soll man das auf 30 Stunden verlängern können.
So sieht das Mikrofon recht üblich aus, doch die runde Vorderseite ist ein E-Ink-Display in das man das eigene Logo hochladen kann. Wir haben das und natürlich die Audioqualität getestet.
Was die Sender nicht bieten, sind Mikrofoneingänge für Lavalier-Mikrofone. Dafür verspricht Insta360 mit den runden Sendern nicht nur eine simple Kugelcharakteristik des integrierten Mikrofons, sondern, wie bei Actioncams schon länger üblich, gleich drei Mikrofone in jeden Transmitter. Die digitale Signalverarbeitung kombiniert ihre Eingaben dynamisch, um unterschiedliche Richtcharakteristiken zu emulieren, die man über den Empfänger oder die Insta360 App auswählen kann. Das Mic Pro erlaubt die Einstellungen Omnidirektional, Richtcharakteristik sowie stärkere Richtwirkung für Sprachausrichtung sowie dem klassischen Achtermodus mit einer Vorn/Hinten-Ausrichtung. So soll man das Funkmikrofon bei Videodrehs an der Kamera befestigt über die Nierenkonfiguration wie ein Richtmikrofon nutzen können. Der omnidirektionale Modus öffnet den Aufnahmebereich für Umgebungsaufnahmen. Im Nierenmodus wird die Tonabnahme nach vorne verlagert, ideal für Vlogging, Solo-Livestreams, ASMR und Voiceover. Der Achtermodus nimmt Töne sowohl von vorne als auch von hinten auf und ist für Interviews und Gespräche mit zwei Personen gedacht.
Insta360 verspricht eine durch KI-trainierte Geräuschunterdrückung die mit eingenem NPU-Prozessor Hintergrundgeräusche reduziert. Dabei soll die Stimme nicht wie üblich abflachen oder abstumpfen, aber dennoch Wind, Publikumslärm und Umgebungsgeräusche gut reduziert werden. Dazu bietet das Insta360 Mic Pro die 32-Bit-Float, was den Dynamikbereich erweitern und sowohl sehr leise, als auch sehr laute Stellen in einer Aufnahme ermöglichen. In der Postproduktion wird über die Normalisierung der automatische Ausgleich gemacht und somit Aufnahmen rettet, die sonst durch unerwartet laute Geräusche ruiniert würden. Jeder Transmitter hat einen 32 GB großen internen Speicher und bietet so die direkte Aufzeichnung an – falls doch mal die Verbindung zum Empfänger abbricht. Die Aufnahmen werden alle 30 Minuten automatisch geteilt, damit die Dateigrößenbeschränkung nicht zu einer Unterbrechung langer Aufnahmen führt. Dabei kann das Mikrofon auch eine interne Stereo-Aufnahme anlegen.
Mit der Timecode-Funktion soll das Insta360 Mic Pro auch professionelle Ansprüche zufriedenstellen. Doch die Funklösung kann durch das Array aus drei Mikrofonen noch viel mehr - wie wir im Test zeigen.
Zudem hält das Mic Pro zwei weitere Besonderheiten bereit: Im 4-zu-1-Modus werden vier Transmitter mit einem einzigen Empfänger verbunden, der vier isolierte Spuren speist und im 2-zu-4-Modus verteilen zwei Transmitter wahlweise bis zu vier Empfänger gleichzeitig. Damit sill man die Audioverteilung bei Produktionen mit mehreren Kameras. Hochzeiten, Firmenevents und Sendungen mit mehreren Kameras leichter machen. Bei der Verbindung mit kompatiblen Sony-Kameras über den Kameraadapter steht eine Vier-Kanal-Ausgabe zur Verfügung, die 48 kHz 24-Bit-Digitalaudio über alle vier Spuren ermöglicht (der Adapter ist separat erhältlich). Zudem klappt die direkte Verbindung mit Insta360 Kameras via Bluetooth, so dass man dann ohne Empfänger arbeiten kann. Die Direktverbindung mit zwei Transmittern kündigt der Hersteller für die nächsten Insta360 Kameras an.
Mic Pro unterstützt die Timecode-Synchronisierung über einen TCXO-Oszillator, der über einen Zeitraum von 24 Stunden eine Drift von weniger als einem Frame haben soll. Das System lässt sich über ein 3,5-mm-Audiokabel mit DSLR- und spiegellosen Kameras, über USB-C- oder Lightning-Adapter mit Smartphones verbinden. Das Insta360 Mic Pro ist ab sofort im beschriebenen Set aus 2 Sendern (TX) und einem Empfänger (RX) für 329 Euro erhältlich. Weitere Konfigurationen sollen kurzfristig folgen.
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Bildquellen: Insta360 |