Teltec-Insolvenz: nicht schmerzfrei für manche Kunden
Eine Insolvenz hinterlässt zwangsläufig Geschädigte – meist verlieren Banken und Investoren und Zulieferer Geld. Doch bei Teltec geht leider auch mancher Kunde leer aus.
Teltec Insolvenz in Eigenverantwortung:
Wie sich die Insolvenz auswirkt
Wer selbstständig filmt, braucht nicht nur eine Kamera, sondern auch entsprechendes Zubehör. So kommen, wie hier im Beispiel bei der Sony FX3 mit Sachtler-Stativ und Speicherkarten, selbst bei kleinen Setups schnell hohe Kaufpreise zusammen.
VIDEOAKTIV interviewte bereits im April Teltecs CEO Ralf Pfeffer zur aktuellen Situation und zu Sicherheiten für interessierte Käufer.
Aber auf Gerechtigkeit ist bei einer Insolvenz wenig Verlass und schmerzfrei ist am Ende für keine der beteiligten Parteien - außer für die Insolvenzrechtler.
Mediatec ist einer der wenigen verbliebenen Konkurrenten zu Teltec. Wir haben bei CEO Thomas Mau (Bild) nachgefragt, inwieweit sich die Teltec-Insolvenz auf das Geschäft auswirkt.
Frank Langer von Glückauf-TV muss lediglich auf eine bestellte DJI Osmo Action 6 verzichten. Was diese Kamera im Vergleich zur Konkurrenz kann, haben wir bereits getestet.
FAZIT
Die Marktsituation ist derzeit insgesamt schwierig, weshalb es letztlich zur Insolvenz von Teltec kam. Doch es ist kaum anzunehmen, dass sich diese Marktsituation noch dieses Jahr plötzlich ändert. Entsprechend bleibt es bei wenig Fahrwasser unter dem Kiel und Teltec muss schauen, wie man den Kahn wieder in etwas tieferes Fahrwasser steuert. Dazu ist aber auch ein gewaltiger Kraftakt mit klarer Kommunikation nötig. Die Insolvenzanwälte müssen die Zukunft des Unternehmens im Blick haben und deshalb wenigsten den Schaden für die geschädigten Kunden so klein wie möglich halten. Formalien, wie eine fehlende Rechnung, die einen Vorsteuerabzug möglich macht, fördert nicht das Vertrauen und die künftige Marktposition. Immerhin handelt es sich für einige Kunden um eine Existenzbedrohnde Lage, die man so weit es geht abmildern muss. Entsprechend liegt es nun an Teltec einerseits möglichst sachlich mit den Geschädigten umzugehen, anderseits ihre Mannschaft beieinander zu halten. Kunden und Mitarbeiter sind das Rückgrat des Handelshauses. Wenn Teltec Fachpersonal abwandert wird es auch abwandernde Kunden geben.
Ganz prinzipiell können wir nur festhalten: Die Bezahlung per Vorkasse ist bei größeren Bestellungen durchaus üblich – bleibt aber gefährlich. Es liegt auch in der Verantwortung des Verkäufers Kunden nicht unnötig lange diesem Risiko auszusetzen. Kunden sollten wenigstens gut verhandeln und, wenn überhaupt, nur eine Teilzahlung vorausleisten. Damit hat der Händler sein Risiko besser abgesichert und der Kunde geht ein geringeres Risiko ein. Die Alternativen sind die Bezahlung via Finanzdienstleister wie PayPal sowie das Leasing, bei der Leasinggeber in den Vertrag eintritt und somit das Risiko für den eigentlichen Nutzer übernimmt.
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Autor: | Joachim Sauer |
Bildquellen: | Sony, Smallrig, Eizo, MEDIENBUREAU |
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