Parallel zu den renommierten Biberacher Filmfestspielen öffnet die Stadtbuchhandlung Biberach im Herbst 2026 ihre Bühne und bringt das erste deutsche KI-Filmfestival an den Start. Filmeinreichungen sind ab sofort möglich.
Fünf Tage lang – von Mittwoch den 28. Oktober bis Sonntag 01. November 2026 – verwandelt sich Biberach an der Riß zu einer Hochburg des Films, wobei dieses Jahr die renommierten Biberacher Filmfestspiele durch ein kleines aber feines Parallelformat begleitet werden. Hinter dem KI-Festival stehen Corinna Palm, die Inhaberin der Stadtbuchhandlung, aber auch Theaterregisseurin ist, sowie Uli Stöckle und Tobias Meinhold. Filmemacher Stöckle und Meinhold, ehemaliger Vorsitzender der Biberacher Filmfestspiele, wollen dabei nicht nur Filme, die mit KI erstellt wurden zeigen, sondern wie bei Festivals üblich auch Publikumsgesprächen anbieten. Zudem planen die Macher ein Rahmenprogramm aus Workshops, Podiumsdiskussionen und Vorträgen. Dabei betonen die drei: „Das Format versteht sich als Ergänzung zu den Biberacher Filmfestspielen und ist keine Einmal-Aktion“. Im Gegensatz zum parallel laufenden großen Filmfest positioniert man sich international und weiß, dass auch ein KI-Filmfestival nicht von heute auf morgen bekannt wird. Entsprechend planen die Macher langfristig und haben als Kurator Marcel Barsotti gewonnen. Der seit Jahrzehnten bekannte Filmkomponist hat in den letzten Jahren als bereits zwei Filme mit Hilfe von KI gedreht und damit reichlich Filmpreise eingesammelt. Nun will er gemeinsam mit den Leuten hinter dem Festival dem Thema KI in der Filmkunst auf die Sprünge helfen, denn die Szene ist im internationalen Vergleich hierzulande unterbelichtet.
Joachim Sauer hat am Rande der Pressevorstellung des KI-Filmfestivals mit Uli Stöckle ein Interview zum ersten deutschen KI-Filmfestival geführt.
LANGFRISTIGE PERSPEKTIVE
Man ist sich aber relativ sicher, dass man auch beim diesjährigen ersten Aufschlag internationale Produktionen, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz entstanden sind, einsammeln kann. Dabei hat man zwei Formate geplant: Die Shorty genannte Kurzfilme von bis zu 30 Minuten, sowie Spielfilme mit 60 Minuten Länge. Ziel des Festivals ist es, den Diskurs über den Einfluss neuer Technologien auf die Filmkultur zu fördern und den kreativen Dialog zwischen traditioneller Filmkunst und digitaler Innovation zu öffnen. Denn während KI im internationalen Film längst als kreative Partnerin etabliert ist, begegnet man ihr in Deutschland noch oft mit Skepsis – das Festival möchte diese Lücke schließen und neue Perspektiven eröffnen.
Marcel Barsotti leitet als Kurator die Jury des KI-Filmfestivals und hofft auf viele kreative Einreichungen. Dabei betont das gesamte Team des Festivals, dass die Filme zwar mit Hilfe von KI erstellt werden - die kreative Leistung dahinter aber menschengemacht ist.
EINREICHUNG
Zugelassen sind Premieren als auch Wiederaufführungen, welche nicht älter als zwei Jahre sind. Der Film muss in Full-HD-Auflösung mit 24 – 30 Bildern in der Sekunde per Download eingereicht werden. Filme können in jeder Sprache eingereicht werden, wobei man Englisch als Sprache vorrausetzt und für jeder anderen Sprache englische Untertitel erforderlich sind. Die Einreichungsgebühr liegt (anders als im Video angekündigt) bis zum 30. Juni bei kostengünstigen 19 Euro und steigt dann auf 25 Euro. Anfang September ist dann Einreichungsschluss und die Jury unter der Leitung von Marcel Barsotti nimmt ihre Arbeit auf.
Veranstaltung: Ki-Filmfestival Biberach
Zeitraum: 28. Oktober – 01. November 2026
Website: https://ki-filmfestival.eu
Einreichungen: Ab sofort bis 31. August
Einreichungsgebühr: Early Bird 19 Euro, dann 25 Euro
Einreichung über: https://kifestival.ensemble-film.de/einreichungen/
Kategorien:
Shorty – bis 30 Minuten
Sixty – ab 30 Minuten bis maximal 60 min
Veranstaltungsort: Stadtbuchhandlung Biberach, Schrannenstraße 6, 88400 Biberach an der Riß
Parallel finden die Biberacher Filmfestspiele statt, für das die Einreichung derzeit ebenfalls läuft.
ZUM SCHLUSS...
Ein KI-Filmfestival - brauchen wir das nun auch noch? Ja, ganz dringend, denn ganz offensichtlich rollt der KI-Zug in anderen Ländern und Kontinenten deutlich schneller. Wir hinken hier genauso hinterher wie der ICE der Deutschen Bahn im internationalen Vergleich. Der Samen mag dieses Jahr noch klein sein - aber genau das sollte alle, die sich mit diesem Thema bereits auseinandergesetzt haben dazu animieren, jetzt dabei zu sein. Denn so ein Filmfest kann genau der Start für etwas großes sein - sowohl für sich selbst als auch für die Branche. Wir freuen uns in jedem Fall auf die Veranstaltung und sehen genau in der Verbindung zu den parallel stattfindenden Biberacher Filmfestspielen eine Chance. Wohlgemerkt: Sowohl für das etablierte Filmfest als auch für das kleine und neue KI-Format.