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Teltec AG: Stellt Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung

| Joachim Sauer

„Sich neu aufstellen“ nennt es Teltec und hat einen Antrag auf Sanierung in Eigenverwaltung stellt. Damit will man alte Finanzverbindlichkeiten loswerden – aber weitermachen.

Teltec spricht von einem operativ gesunden und profitablen Kerngeschäft, das von hohen Finanzverbindlichkeiten aus der Vergangenheit belastet wird. Was fehlt ist die finanzielle Beweglichkeit – sprich die Liquidität. „Wir sind profitabel, die Auftragsbücher unserer neun Standorte gut gefüllt“, lässt sich Ralf P. Pfeffer, CEO der Teltec AG zitieren und spricht von einem „finanziellen Rucksack aus der Vergangenheit.“ Jetzt will man also diesen Ballast abwerfen und somit lieber die Gläubiger und Gläubigerbanken leer ausgehen lassen. Bei der Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung im Amt, doch das Unternehmen wird unter Aufsicht eines Sachwalters selbst saniert. Ziel ist der Erhalt des Unternehmens und der Arbeitsplätze, meist durch einen Insolvenzplan, ohne dass ein externer Insolvenzverwalter die Kontrolle übernimmt. Herauskommen soll Teltec „als Innovationsmotor“ mit dem man seine Position in Europa weiter ausbauen will. Dabei betont man, dass man sich der Verantwortung gegenüber den rund 100 Mitarbeitenden, den Lieferanten und den Kunden in der Medienbranche bewusst ist.

Teltec hat in den letzten Jahren viele Fachhändler geschluckt, nun kommt man selbst unter die Räder, will mit einer Insolvenz in Eigenverwaltung wieder zurück in die Spur kommen. 

Der Geschäftsbetrieb läuft an allen neun Standorten in Deutschland und Österreich sowie im Onlineshop weiter. Alle bestehenden Aufträge sollen wie gewohnt abgearbeitet werden und die Warenversorgung sichergestellt sein. Angedeutet haben sich die Probleme bereits Ende 2024, wo man im ersten Schritt bpm und Videodata mit Teltec verschmolzen hat. Welche Auswirkungen dies auf die weiteren Gesellschaften der Muttergesellschaft Avemio hat, ist derzeit unklar. Hier gehört auch MoovIT dazu. Klar ist dagegen die Reaktion an der Börse: Die Aktie der Muttergesellschaft Avemio ist auf ein Schrottwert von um die 40 Cent gefallen.