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Filmora 16: KI-Analyse und 360-Grad-Reframing

| Joachim Sauer

Wondershare ergänzt Filmora 16 um KI-gestützte Medienanalyse, Kamera-Tracking, Farbmasken sowie Reframing für 360-Grad-Videos. Aus unserer Sicht derzeit noch ungeklärt sind allerdings die gewerblichen Nutzungsrechte.

Wondershare richtet Filmora 16 stärker auf größere Materialsammlungen und strukturierte Produktionsabläufe aus. Die neue KI-Medienanalyse untersucht Video- und Bilddateien, erzeugt durchsuchbare Tags und Beschreibungen und kann Bearbeitungsvorschläge liefern. Die Ergebnisse landen im intelligenten Medienordner, in dem sich Aufnahmen nach ihrem Inhalt filtern und wiederfinden lassen. Ob die Analyse bei langen Projekten zuverlässig Zeit spart, muss sich im Praxiseinsatz zeigen; der Hersteller nennt bislang keine Angaben zu unterstützten Sprachen, Analysezeiten oder lokalem beziehungsweise cloudbasiertem Betrieb. Für Aufzeichnungen kann Filmora Bildschirm, Kamera, Mikrofon und Systemton als getrennte Quellen erfassen. Ein eigener Spielaufzeichnungsmodus übernimmt unterstützte Spielfenster direkt in die Timeline. Damit zielt die Version neben Einzelanwendern auch auf YouTube-Produktionen und kleinere Marketingteams, die Aufnahme, Sichtung und Schnitt in einer Anwendung bündeln möchten.

Wondershare vermittelt gerne den Eindruck der professionellen Nutzung, spielt aber letztlich in einer Liga wie CyberLink mit dem PowerDirector oder Magix mit Video Deluxe. 

Bei der manuellen Bearbeitung kommen Kamera-Tracking für Kopf, Körper oder frei definierte Bereiche, lokale Farbmasken, Spurmasken und eine automatische Farbkorrektur hinzu. 360-Grad-Aufnahmen lassen sich per Keyframes und Bewegungsvorgaben in normale Bildausschnitte umsetzen. Untertitel erhalten eigene Spuren, eine intelligente Textkorrektur und zusätzliche dynamische Vorlagen; Keyframe-Bewegungen können mit Bewegungsunschärfe versehen werden. Für den Austausch mit anderen Schnittsystemen importiert und exportiert Filmora kompatible XML-Timeline-Strukturen, während der Batch-Export mehrere Ausgaben nacheinander berechnet. Filmora 16 ist ab sofort für Windows und macOS erhältlich. Das Basis-Jahresabo kostet netto 45 Euro beziehungsweise rund 54 Euro mit 19 Prozent Mehrwertsteuer, die Dauerlizenz netto 70 Euro beziehungsweise rund 83 Euro; künftige Hauptversionen sind in der Dauerlizenz nicht enthalten. Allerdings haben uns Leser die Filmora gewerblich, sprich für Unternehmensvideos genutzt haben, eine Rückmeldung geliefert: Filmora hat offensichtlich eine deutsche Anwaltskanzlei engagiert, die Urheberrechtliche Ansprüche geltend macht. Das trifft offensichtlich nicht nur die kostenfreie Version, deren Export-Videos tragen ein Wasserzeichen tragen.

Für das private Umfeld ist die Software problemlos nutzbar - wer eventuell auch mal gewerbliche Videos schneidet, und sei das nur für einen moetarisierten YouTube-Kanal, sollte sich mit den Nutzungsbedingungen auseinandersetzen. 

Nach unserer Recherche widersprechen sich beim bezahlten Individualtarif die offiziellen Angaben: In den Filmora-Nutzungsbedingungen steht, dass eine Einzelperson kommerzielle Videos erstellen darf, sofern in der Videobeschreibung auf Filmora hingewiesen wird. Die aktuelle Business-Tarifseite kennzeichnet den Individualtarif dagegen mit „Kommerzielle Nutzung: Nein“ und nur den Business-Tarif mit „Ja“. Wegen dieses Widerspruchs sollte man sich für eine professionelle Nutzung nicht allein auf den Individualtarif verlassen. Zudem deckt die Softwarelizenz nicht automatisch alle integrierten Inhalte ab. Musik, Soundeffekte, Stock-Medien und KI-generierte Elemente besitzen eigene Nutzungsrechte. Nach der aktuellen Filmora-FAQ dürfen nur ausdrücklich mit „Kommerzielle Nutzung“ gekennzeichnete Ressourcen kommerziell eingesetzt werden. KI-Bilder, KI-Sticker, Text-zu-Video-Inhalte und KI-generierte Soundeffekte bezeichnet Wondershare derzeit als ausschließlich nicht kommerziell nutzbar. Auch bei der Audio-Bibliothek gelten kommerzielle Rechte nur für entsprechend freigegebene Titel und passende Tarife.

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