Adobe auf der IBC 2026: Interview zu den neuen KI-Features
| Jonas Schupp
Auf der IBC stand uns – wie letztes Jahr – Anton Knoblach von Adobe Rede und Antwort zu den neuen Funktionen in Premiere Pro und After Effects. Diesmal dreht sich alles um die neuen KI-Funktionen.
Interview: Neue KI-Funktionen in Adobe Premiere Pro und After Effects
Alljährlich steht die IBC in Amsterdam an und ebenso alljährlich sind Adobe mit einem eigenen Stand vertreten. An diesem Stand uns ebenso wie im letzten Jahr Anton Knoblach Rede und Antwort zu den neuen Funktionen in Premiere Pro und After Effects. Über diese berichteten wir bereits in einem eigenen News-Beitrag, den man hier nachlesen kann. Auch unser großes Newsportfolio und unsere Einschätzung zur Messe könnt Ihr auf unserem Portal finden. Wir wollten im Interview von Anton Knoblach wissen, was die neuen KI-Funktionen können – und was (noch) nicht.
Anton Knoblach von Adobe stand Joachim Sauer im Interview Rede und Antwort zu den neuen Funktionen in Premiere Pro und After Effects.
ORDNEN UND SUCHEN
Premiere Pro bekommt einen neuen KI-Assistenten, dessen erste Aufgabe laut Anton Knoblach das Ordnen und Sortieren von Material sein soll. Die Arbeitsweise sei wie bei bekannten KI-Werkzeugen à la ChatGPT oder Gemini. In Premiere Pro könne der Assistent beispielsweise das importierte Material schon nach Thema oder Interviewpartner ordnen und Kernaussagen zusammenstellen. Auch die Transkription übernimmt der virtuelle Mitarbeiter und liefert bei jedem Schritt umfassende Rückmeldung. Was derzeit aber noch nicht möglich ist, ist das automatische Reframing eines Videos in anderen Formaten, sprich man schneidet ein Video im Querformat und lässt es von der KI in diverse Social Media-Formate umwandeln, was letztendlich Zeit spart. Anton Knoblach verspricht aber, das Feedback mitzunehmen. Wer weiß, vielleicht wird der Assistent schon bald auch automatisches Video-Reframing können.
Auch in After Effects ist der neue KI-Assistent an Bord und hilft beispielsweise bei komplizierten Javascript-Befehlen.
VIDEO UND TON-GENERATION
Am Interessantesten dürfte aber die aus der Firefly-Suite bekannte Generierung von Video- und Tonmaterial sein. Letztere kennen aufmerksame VIDEOAKTIV-Lesende auch aus der Premiere-App und ebenso funktioniert die Generierung auch: man wählt eine Lücke aus oder zieht mit dem neuen „Generieren“-Werkzeug (an derselben Stelle wie das „Generatives Erweitern“-Werkzeug) einen Clip auf die Timeline, beschreibt anschließend, welchen Soundeffekt man haben möchte und lässt diesen dann generieren. Für ein besseres Ergebnis kann man eine Imitation einsprechen – auch das ist aus der App bekannt. Bei der Generierung wird Adobes eigenes Firefly-Modell benutzt, damit bei den erstellten Sounds keine Copyright-Schwierigkeiten auftreten.
Ähnlich funktioniert auch die Video-Generierung. Über das Werkzeug zieht man einen Clip oder wählt eine Lücke in der Timeline aus und beschreibt anschließend im Fenster, was man generieren möchte. Natürlich will richtiges Prompten gelernt sein, um den Videostil zu treffen hilft aber die Auswahl von Referenzbildern in der Timeline oder dem Vorschau-Bild. Im Video wird als Beispiel eine generierte Drohnenaufnahme gezeigt, die sich harmonisch in das „reale“ Material einfügt. Dabei wurde mit Googles Veo 3.1-Modell gearbeitet, das wie andere Modelle und Adobes eigenes Firefly-Modell auswählbar ist. Je nach KI-Modell stehen dabei unterschiedliche Sprachen zur Verfügung.
FAZIT
Mit dem neuen KI-Assistenten, aber vor allem dem neuen Generierungs-Werkzeug treibt Adobe die Vernetzung von KI- und klassischen Workflows weiter voran. Man betont, damit nicht den kreativen, „handgemachten“ Prozess ersetzen zu wollen, sondern vielmehr Cuttern die Arbeit zu erleichtern und einfache Auswege aus Problemen zu bieten, beispielsweise durch die Generierung von fehlendem Material. Wie gut das am Ende in der Praxis umsetzbar ist, kann nur ein VIDEOAKTIV-Test zeigen – einen solcher ist aber bereits in Arbeit. Ein versteckter Trumpf könnte dabei der Assistent für After Effects sein, denn vielleicht kann man so bald komplexe Kompositionen ohne großen Aufwand realisieren. Man darf gespannt sein!
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