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Lernkurs: Kamera-Fahrt, -Schwenk und -Zoom richtig einsetzen

Kamera-Schwenks, -Fahrten und -Zooms sind wichtige Elemente der visuellen Sprache in der Videografie. Sie können dabei helfen die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu lenken, eine bestimmte Atmosphäre zu schaffen und eine Geschichte zu erzählen. Deshalb ist es sinnvoll einmal näher darauf einzugehen, was solche Schwenks, Fahrten und Zooms eigentlich sind und wie man sie richtig einsetzt.


VA praxis logo 50px LERNKURS:Kamera-Fahrt, -Schwenk und -Zoom gekonnt einsetzen

Ganz prinzipiell gilt: Ein Kamera-Schwenk ist logischerweise eine horizontale Bewegung der Kamera, wobei sie von links nach rechts oder umgekehrt bewegt wird. Man benutzt den Schwenk zumeist, um den Zuschauer in eine Szene einzuführen oder um von einem Objekt im Bild zu einem anderen zu wechseln. Schwenks lassen sich aber auch nutzen, um eine Landschaft oder eine Stadtansicht zu zeigen. Wenn man die Kamera beispielsweise von einem Hochhaus aus über eine Stadt schwenkt, kann sie dem Zuschauer einen Überblick über die Umgebung verschaffen.Eine Kamera-Fahrt hingegen ist eine gerade, nach vorne oder rückwärts gerichtete Bewegung der Kamera. Man nutzt diese zumeist, um eine Person oder ein Objekt zu verfolgen oder auch um einen Überblick über eine Szene zu schaffen. Stellen Sie sich etwa eine Kamera vor, die entlang eines Flusses „fährt“. Diese kann dies den Zuschauer dann auf virtuell Reise entlang des Flusses mitnehmen.

Kamera-Fahrt, -Schwenk und -Zoom sind Stilmittel in der Videografie, die es richtig einzusetzen gilt. Wie man das richtig macht, erklärt Filmemacher und VIDEOAKTIV-Autor Lutz Dieckmann in diesem Videolernkurs.

 

 

Der Kamera-Zoom realisiert immer eine Vergrößerung oder Verkleinerung des Bildausschnitts, während die Kamera selbst aber an Ort und Stelle verbleibt. Den Zoom nutzt man in der Regel, um ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Person in Fokus zu rücken. Aber auch er kann - wie schon der Kamera-Schwenk und die Kamera-Fahrt – in einer bestimmten Szene für Überblick sorgen. Bei einer Person sind in der Nahen deutlich besser die Emotionen und Gesichtsausdrücke erkennbar. Das schafft direkt eine viel intensivere, emotionale Bindung für den Zuschauer. Jeder dieser drei „Effekte“ lässt sich natürlich einzeln oder in Kombination mit den anderen verwenden. Dennoch muss man natürlich gewisse Gestaltungsregeln befolgen. Gleichzeitig Zoomen und Schwenken ist zumeist zu viel des Guten. Wenn man Schwenks, Fahrten und Zooms nicht richtig einsetzt, können diese verwirrend oder störend für den Zuschauer sein. Zu schnelle Bewegungen können unangenehm wahrgenommen werden oder im schlimmsten Falle sogar zu Übelkeit führen. Es ist daher wichtig, diese Bewegungen sorgfältig zu planen und auszuführen, um sicherzustellen, dass sie ihre beabsichtigte Wirkung erzielen. Wenn man beispielsweise die Kamera auf ein Objekt zoomt und dann während einer Kamera-Fahrt eine Person verfolgt, kann dies dazu beitragen, die Aufmerksamkeit des Zuschauers auf das Objekt zu lenken und von dort dann auf die Person zu verlagern. Dann heißt es: Alles richtig gemacht!

2023 03 Lernkurs Fahrten Schwenk Zoom screen

Der Kamera-Schwenk ist nur eines von drei Stilmitteln, die beim Filmen sehr häufig zum Einsatz kommen. Man muss ihn aber richtig timen und vor allem "sanft" durchführen, damit er flüssig gelingt.

Genau deshalb ist es wichtig, die Kamera-Bewegungen fließend und ohne Verwacklungen durchzuführen. Geeignete Ausrüstung wie ein Stativ oder eine Kamerakran sind hier zumeist Pflicht, um eine flüssige Kamerabewegung zu erzielen. Gerade auch Gimbals (Test hier) sind dafür besonders geeignet. Generell gilt: Kamera-Fahrten sind Zooms und Schwenks vorzuziehen, da sie der menschlichen Sehgewohnheit mehr entsprechen. Kamera-Zooms und -Schwenks sollte man immer vorsichtig einsetzen. Beispiele zeigt der hier eingebundene Video-Lernkurs.

 

Autoren: Lutz Dieckmann, Philipp Mohaupt / Bilder: Philipp Mohaupt

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