Mit der P2-R1 schickt Z-Cam eine vergleichsweise günstige 4K-PTZ-Kamera ins Rennen, die Profi-Funktionen für einen Bruchteil des Preises verspricht. WIr haben die Kamera getestet.
IM TEST: Z-Cam P2-R1, 2.617 Euro LegioAV KC50N, 1.889 Euro
Wie sinnvoll PTZ-Kameras sind, sollte nicht erst seit unserem Test der Panasonic AW-UE150 klar sein. Die P2-R1 von Konkurrent Z-Cam bietet jedoch für ein knappes Drittel des Preises ein 18-faches Zoomobjektiv und ebenso 4K-Auflösung mit bis zu 60p. Das verspricht ein autonom funktionierendes PTZ-Setup, was nicht nur günstig, sondern auch beliebig erweiterbar ist. Doch dazu muss sich Kamera erstmal im Drehalltag beweisen. Wir haben das Gerät im VIDEOAKTIV-Studio aufgebaut und drehen nun schon mehrere Wochen mit ihm. Deshalb berichten wir – wie immer – direkt aus der Praxis.
Während der letzten Drehs waren P2-R1 und KC50N feste Bestandteile des VIDEOAKTIV-Studiosetups. Wie gut sich die Geräte dabei geschlagen haben, zeigt das Video.
ANSCHLÜSSE
Formtechnisch orientiert sich die P2-R1 am bekannten PTZ-Design. Dieses zeichnet sich natürlich nicht durch Ergonomie aus, da sie ohne Operator fest montiert zum Einsatz kommt. Alle Ein- und Ausgänge sind auf der Rückseite untergebracht, wobei die wichtigste Schnittstellen die Ethernet-Anschlüsse (LAN/PoE+ und VISCA In/Out) sein dürften, denn nur über das Netzwerk lässt dich die Kamera präzise einstellen und steuern – dazu jedoch später mehr. Praktischerweise gibt Z-Cam der Kamera einen SD-Kartenslot mit, so dass man auch direkt in der Kamera aufzeichnen kann. Signale können über HDMI als auch über 3G-SDI ausgegeben werden. Was man vermissen mag, ist ein 12G-SDI-Anschluss wie beim Panasonic-Modell und im Gegensatz zu diesem braucht die P2-R1 keinen Trennstrom, sondern kommt mit einem „normalen“, proprietären Netzteil. Das mag weniger professionell anmuten, für Einsteiger aber leichter zu verstehen und dank Schraubverriegelung ebenso sicher und man spart sich das zusätzliche Netzteil.
Typisch für PTZ-Kameras spart die P2-R1 nicht mit Anschlüssen auf der Rückseite.
OBERFLÄCHE
Eine echte Bedienoberfläche gibt es bei der P2-R1 nur virtuell. Dazu ruft man im Browser deren IP-Adresse auf und wird vor allem von einem großen Kontrollbild begrüßt. Auch eingespeicherte Positionen sowie ein virtueller Joystick findet man sofort, während Einstellungen im oberen rechten Fenster vorgenommen werden. Einstellungen trifft man im rechten oberen Bereich, wobei tiefergehende Änderungen im eigenen „Settings“-Tab vorgenommen werden. Diese Zweiteilung ist etwas verwirrend, außerdem wurden Änderungen nicht immer direkt übernommen.
Die Bedienoberfläche im Web-Interface der P2-R1 ist übersichtlich und schnell verständlich, wenn man von der Menü-Zweiteilung absieht.
FORMATE UND AUFLÖSUNGEN
Wie Eingangs genannt, schafft die PTZ-Kamera mit ihrem 1/1,3-Zoll-Sensor UHD-4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern in der Sekunde. Auch Full-HD ist mit denselben Bildwiederholraten möglich, wobei Z-Cam dankenswerterweise nicht zwischen NTSC- und PAL-Frequenzen trennt, sondern beide Optionen in einer Liste anbietet. Als Bildprofile stehen diverse Rec.709-Profile (Standard, Cine, High Contrast, Vivid, Concert und Gamma) sowie zwei HLG-Optionen (Normal und Vivid) zur Auswahl. Ein Log-Format wie in Z-Cams Box-Kameras ist leider nicht dabei. Trotz der Tatsache, dass PTZ-Kameras ihr Signal primär ausgeben sollen, kann die P2-R1 auch intern auf eine SD-Karte aufzeichnen. Preisbewusste Anwendende brauchen so kein Extra-Equipment, während Profis die zusätzliche Backup-Aufnahmemöglichkeit zu schätzen wissen werden. Was wir vermissen, ist ein interner ND-Filter, um beispielsweise hohe Verschlusszeiten verhindern zu können.
Der SD-Kartenanschluss garantiert eine interne Speichermöglichkeit und zusätzliche Sicherheit.
PRAXIS – KAMERA
Dass sich die P2-R1 sanft steuern lässt, liegt natürlich auch an den Motoren in der Kamera. Diese arbeiten sanft und leise, können aber bei maximal eingestellter Geschwindigkeit auch einiges an Speed entwickeln, ohne wirklich an Präzision zu verlieren. Das produzierte Bild ist dabei hinsichtlich Dynamik und auf einem guten Camcorder-Niveau, kann aber unserer Meinung nach nicht ganz mit dem oversampleten Video von filmenden Fotokameras mithalten und ordnet sich leicht unter der AW-UE150 ein. Das ist jedoch Meckern auf hohem Niveau, denn auch die Z-Cam produziert ein professionelles, sendefähiges Bild – nur eben nicht ganz auf dem Cine-Niveau, das man inzwischen gewohnt ist.
Durch den 1/1,3-Zoll-Sensor bekommt die P2-R1 erst bei höheren Brennweiten eine Unschärfe ins Bild.
Richtig spannend werden PTZ-Kameras aber erst, wenn man das automatische Tracking aktiviert. Mit „Waist“, „Close Up“, „Remain“ und „Full Body“ stehen vier Optionen zur Auswahl, die sich sowohl vom KC50N als auch im Web-Interface abrufen lassen. Hier kann man das Framing auch in der Skalierung einstellen und beispielsweise Personen mehr oder weniger Headroom geben. Außerdem lässt sich hier festlegen, wie viele Ziele gleichzeitig erkannt werden sollen (maximal acht) und was die Kamera machen soll, wenn sie ein Ziel verliert.
Ein grüner Rahmen kennzeichnet ein erkanntes Ziel, unter dem Kontrollbildschirm befinden sich die Tracking-Optionen.
Die Verfolgung selbst erfolgt grundsätzlich sanft und fast auf dem Niveau einer handgeführten Kamera, nur bei ausladenden Gesten und starkem „Wanken“ der Person reagiert die Z-Cam ruckartig, um diese immer mittig zu halten. Diesen Rucklern konnten wir jedoch durch eine Reduktion der Bewegungsgeschwindigkeit gut gegensteuern. Auf die grundsätzliche Verfolgung hat das dankenswerterweise keinen Einfluss, diese passt sich der Geschwindigkeit der verfolgten Person an. Zum automatischen Filmen gehört selbstverständlich auch ein guter Autofokus und der Phasendetektions-Autofokus der P2-R1 arbeitete im Test ebenso sanft wie zuverlässig. Nur einmal ließ sich das Bild partout nicht automatisch scharfstellen, egal was wir auch probierten. Den Fehler behoben hat letztendlich ein vollständiger Neustart der Kamera, also kurz vom Netz trennen und dann wieder Anschalten.
FAZIT
Die Z-Cam P2-R1 ist ein vergleichsweise günstiger, aber sehr guter Einstieg in 4K-Produktionen mit PTZ-Kameras. Zu einem Bruchteil des Preises zur namhaften Konkurrenz muss man nicht auf wichtige Funktionen verzichten, sondern bekommt eine Kamera, die den teureren Schwestern durchaus das Wasser reichen kann und beispielsweise mit dem internen SD-Kartenslot einige hilfreiche Werkzeuge gerade für kleine Setups bereithält, die stellenweise in der teureren Konkurrenz fehlen. Uns gefällt besonders die Möglichkeit, die Kadrierung in Ausrichtung und – bei festen Moderationspositionen – in der Geschwindigkeit anzupassen. Die Bewertung ist wie bei der Panasonic AW-UE150 vorläufig und dient lediglich dem Vergleich der PTZ-Kameras untereinander, an einer dedizierten PTZ-Wertungstabelle arbeiten wir noch.
+ sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis + übersichtliches Interface + Aufzeichnung auf SD-karte - kein Log-Format
Die neue Marke LegioAV verspricht für den KC50N die Steuerung von PTZ-Kameras unterschiedlichster Hersteller. Gelingt so die Vollautomatisierung im VIDEOAKTIV-Studio?
IM TEST: LegioAV KC50N, 1.889 Euro
{loadposition…
GoPro signalisiert bereits mit dem Namen, dass es sich bei der Mission 1 um eine neue Serie handelt – mit größerem Sensor und einer besonderen Mission: Sie muss die Basis für einen Erstarken von GoPro sein, denn sonst sieht es düster aus…
Nicht weniger als die „eierlegende Wollmilchsau“ soll Sonys Profi-Camcorder PXW-Z300 sein und setzt statt einem CMOS-Sensor derer drei ein. Wir haben den 3-Chip-Henkelmann unter vielen verschiedenen Praxisszenarien eingesetzt und intensiv…