Zum Hauptinhalt springen

Objektivtest: Nikon Nikkor 70–200 mm 1:2,8 VR S II – ein echtes Allround-Telezoom - Bokeh, Lens Flare und Fazit

| Jonas Schupp

Seite 3 von 3: Bokeh, Lens Flare und Fazit

BOKEH UND LENS FLARE

Bokeh und Lens Flare sind letzendlich Fragen des individuellen Geschmacks. Der eine mag rundes Bokeh und ein neutrales Bild, der andere präferiert eckige Lichtflecke und effektvolle Linsen-Spiegelungen. Unserer Erfahrung nach wird jedoch erstere Option als schön empfunden, weshalb wir Objektive nach diesem Ideal bewerten. Bei Offenblende, also F2.8, ist das Bokeh vollkommen rund und weich. Eine Blendenstufe darüber bei F4 treten dann erste, kleine Ecken und Kanten auf und bei F8 kann man von Hand die elf Blendenlamellen nachzählen, wobei die Kanten dank abgerundeter Lamellen nicht ganz so eckig ausfallen wie bei anderen Objektiven. Abhängig von Brennweite und Position der Lichtquellen können leichte Katzenaugen-Effekte vorkommen, also Lichtflecken oval mit spitzen Ecken anstatt rund auftreten.

Während das Bokeh bei F2.8 komplett rund ist, kann man bei F4 mit Adleraugen Ecken und Kanten ausmachen, die bei F8 nicht mehr wegzudiskutieren sind.

Den Lens Flare testen wir bei Objektiven immer bei Dunkelheit an der Straße im Licht der entgegenkommenden Autos. Am Weitwinkelende bei 70 mm leistet sich sich das Nikon keine Schwächen und überzeugte mit einem sauberen Bild, einzig um helle Lichtquellen war eine leichte Milchigkeit auszumachen. Bei 200 mm kommt dazu noch eine Corona hinzu, einzeln brechen Lichtstrahlen halbkreisförmig aus. Linsenspiegelungen konnten wir jedoch keine wahrnehmen, alles in allem also eine super Leistung!

Am Tele-Ende treten um starke Lichtquellen coronaartige Lichtkreise auf, einzeln brechen Strahlen halbkreisförmig aus.

FAZIT

Jonas Schupp VIDEOAKTIV Autor

Einen wichtigen Punkt für Videographen haben wir in unserem Test noch nicht erwähnt: sie konnte im Test mit Parfokalität überzeugen, sprich bei Veränderung der Brennweite bleibt der Dokus an der gleichen Stelle – eine Eigenschaft, die für Filmende unverzichtbar ist. Auch sonst konnte das Nikkor 70–200 mm 1:2,8 VR S II mit seinen optischen Eigenschaften überzeugen und hat sich als zuverlässiges Objektiv für Profi-Einsätze in Foto und Video entpuppt – von dem kleinen Makel beim Autofokus abgesehen, was aber nicht am Objektiv, sondern an der Kamera lag. Wenn man etwas kritisieren kann, dann die Tatsache, dass das Nikon im Vergleich zu anderen 70-200 mm-Objektiven weniger Bedienelemente besitzt und beispielsweise keinen Schalter für den Bildstabilisator. Dafür kann sie mit einem hervorragendem, weil quasi nicht vorhandenem Focus Breathing punkten und auch bei Lens Flare und Bokeh überzeugen. Damit ist das Nikon Nikkor 70–200 mm 1:2,8 VR S II ein uneingeschränktes, wenn auch nicht ganz günstiges Profiwerkzeug. Aber wem die 3349 Euro zu teuer sind, bekommt die Vorgängerversion aktuell fast 1000 Euro günstiger – auch wenn die Mark II-Version optisch natürlich besser abliefert und knapp an der Bestnote vorbeischrammt.

+ sehr geringes Focus Breathing
+ wenig Lens Flare-Effekte
+ parfokal
- im Vergleich zur Konkurrenz weniger Bedienelemente

Jetzt Equipment vergleichen in der

VA Bestenliste

DATEN

DATEN UND TESTERGEBNISSE

Nikon 70 200 Tabellenbild

Hersteller Nikon
Modell  Nikkor 70–200 mm 1:2,8 VR S II 
Preis 3499 Euro
Objektiv (Preis) RF 24-105mm F2.8L IS USM Z (3599 Euro)
Internet www.nikon.de
DATEN
Verfügbare Bajonette Z-Mount
Bildfeldabdeckung Vollformat
Lichtstärke F2.8
Länge 20,8 cm
Frontdurchmesser 9 cm
Gewicht 998 g (ohne Stativadapter)
1180 g (mit Stativadapter)
Filterdurchmesser 77 mm
Anzahl der Blendenlamellen 11
Naheinstellgrenze 38-80 cm
Besonderheiten Custom-Knöpfe, Multifunktionsring (deklickbar)
BEWERTUNG
Lens Flare sehr gut
Bokeh sehr gut
Focus Breathing hervorragend
 
Urteil  sehr gut
Preis/Leistung sehr gut bis gut

 

 

Seite
Autor:
Jonas Schupp
Bildquellen:
Nikon, MEDIENBUREAU

Weitere Kamera-Artikel

| Magazin Kamera
Die HoverAir Aqua von ZeroZero Robotics ist nicht nur wasserresistent, sondern soll auch aus dem Wasser starten und wieder landen können. Das macht sie zur idealen Kamerabegleitung bei Regen oder Aktivität auf dem See – wenn sie denn…
| Magazin Kamera
Insta360 geht den umgekehrten Weg von DJI und stellt nach der Luna Ultra die Luna Pro vor, die auf die Tele-Brennweite ihrer großen Schwester verzichtet, dafür aber günstiger ist. Ist sie damit die günstigere Wahl für budgetorientierte…
| Magazin Kamera
Winzige Kameras gehören längst zum Werkzeug professioneller Drehteams. Meist übernehmen Actioncams diese Rolle – doch mit wechselbaren Optiken und der direkten Einbindung in eine SDI-Signalkette bedienen die Proton Cam und Proton Zoom Pro…