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Insta360 Luna Ultra im Praxistest: Gimbal-Kamera-Platzhirsch - Optische Eigenschaften, Cine-Look und Bildstabilisierung

| Joachim Sauer

Seite 2 von 3: Optische Eigenschaften, Cine-Look und Bildstabilisierung

OPTISCHE EIGENSCHAFTEN

Über den Zoom-Schieber lassen sich leicht die unterschiedliche Brennweiten ansteuern, doch zwangsläufig sind die Zwischenstufen ein digitales Zoom mit den damit verbundenen Qualitätsverlust und zudem sieht man einem Ruckler, wenn die Optik getauscht wird. Für echte Zooms ist das also eher nichts. Sinnvoller ist es eine der zwei Brennweiten zu wählen und sich dann mit der Gimbal-Kamera zu bewegen. Die Umschaltung zwischen der 20 und 60 Millimeter-Optik funktioniert über das Touchdisplay leichter als über den Schieberegler. Die beiden Optiken arbeiten mit leicht unterschiedlichen Blenden: Die Hauptkamera arbeitet mit Blende F1.8 während die Telekamera Blende F2.0 hat. Hinter den Optiken sind, wie bei andt eren Hersterllern und Kameragattungen, unterschiedlich große Sensoren mit einem Zoll bei der Hauptkamera für die der Hersteller 14 Blendenstufen Dynamikumfang angibt. Bei der Teleoptik tut dagegen ein 1/1,3 Zoll Sensor dienst, für die der Hersteller keinen Dynamikumfang angibt – aber immerhin bietet die Kamera auch hier eine Aufzeichnung mit 10-Bit-Farbtiefe mit I-Log-Farbprofil an – so dass wir festhalten können, dass das Kamerasystem aus beiden Brennweiten beim Dynamikumfang keine großen Unterschiede sichtbar macht.

Mit Brennweiten von 20 und 60 Millimetern bietet die Luna Ultra für eine Kamera dieser Größe genug Varianz.

CINE-LOOK

Bei einer Gimbal-Kamera dieser Größenordnung vom Cine-Look zu sprechen erscheint zuerstmal gewagt – doch die beiden Sensoren sind vergleichsweise groß, die Blenden ebenfalls, so dass die Kameras zumindest mit einer gewissen Unschärfe arbeiten, durchaus Freistellungspotential hat. Damit lässt die Luna Ultra professionelle Ambitionen erkennen, doch in der Praxis greifen viele genau dann zu einer Gimbal-Kamera, wenn mit möglichst wenig Aufwand schnell brauchbares Material entstehen soll. Deshalb stattet Insta360 die Kamera mit Leica-Farbprofilen aus, die direkt aus der Kamera einen überzeugenden cineastischen Bildeindruck liefern und eine nachträgliche Farbkorrektur weitgehend überflüssig machen – denn auf die Automatische Belichtung der Luna Ultra kann man sich weitgehend verlassen. Sie regelt zudem so sanft nach, dass es nur genauen Beobachtern auffällt. Wer sich für keinen der Leica Looks begeistern kann, bekommt zudem Dolby Vision geboten – und das mit bis zu 8K Auflösung und im Rec. 2020 Farbraum, allerdings nicht wie im professionellen Segment mit 12-Bit, sondern lediglich mit 10-Bit-Farbtiefe. Mit I-Log ist zudem ein Log-Profil an Bord, auch hier mit 10-Bit-Farbtiefe. Im Gegensatz zur Actioncam Ace Pro 2 kann man bei der Luna I-Log aber im Normalmodus in allen Auflösungen und Bildraten nutzen.

2026 06 Insta360 LunaUltra UnschaerfeInsta360 setzt bei der Luna Ultra auf einen 1‑Zoll-Sensor in Kombination mit einer von Leica berechneten Optik mit F1.8. Das macht sich bemerkbar in einer durchaus eleganten Unschärfe im Hintergrund.

BILDSTABILISIERUNG

Eine Gimbalkamera muss vor allem eines leisten: Sie soll das Bild auch dann ruhig halten, wenn die Kamera in Bewegung ist. Genau das gelingt der Luna Ultra sehr zuverlässig; ein besonders weicher Gang ist dafür nicht zwingend nötig, auch wenn er selbstverständlich hilft. Ebenfalls überzeugend erfüllt sie die Erwartung an ein gutes Motiv-Tracking, bei der Personen und Objekte sicher erkannt und präzise verfolgt werden. Die Nachführung wirkt flüssig, der Bildausschnitt bleibt dabei angenehm ruhig und nicht hektisch – das klappt perfekt bei einer Person – sind mehrere Personen im Bild kann man seine Wunschperson markieren. Doch jetzt klappt das nicht mehr ganz so zuverlässig, denn die Personenerkennung lässt sich durch den Perspektivwechsel schnell durcheinander bringen und wechselt somit die im Fokus stehende Person. Dennoch: Gerade Solo-Creator und Vlogger profitieren davon deutlich, wenn sie sich selbst aufnehmen möchten, ohne ständig auf das Display der abnehmbaren Bedieneinheit schauen zu müssen – zumal das wenig elegant wirkt. Nebenbei bemerkt: Die Gimbalkamera bietet natürlich mehrere Betriebsarten und muss den Horizont nicht immer strikt stabilisieren. Im FPV-Modus kann sie stattdessen für eine bewusst dynamische, elegante Bildwirkung sorgen.

Insta360 LunaUltra Praxistest GimbalmodiNatürlich kann man die Beruhigung im eigenen Menü einstellen, wobei die unterschiedlichen Modi mit kurzen Texten erklärt werden.

Formate, Ton und Fazit mit Wertungstabelle
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Autor:
Joachim Sauer
Bildquellen:
Insta360, Joachim Sauer, Jonas Schupp MEDIENBUREAU

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