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Filmwerkstatt: Ellipse und Zeitsprung - Seite 3

| Joachim Sauer

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Das Rezeptionsverhalten

des Menschen auf visuelle Reize hat sich in den letzten 100 Jahren stark verändert. Musste man früher alles vorkauen, strickt das Raum-Zeit Kontinuum einhalten, um den Zuschauer nicht aus der emotionalen Bahn zu werfen, ist das heute gelernt und viel freier. Schnell gedrehte Actionfilme sind schließlich auch eher etwas fürs jüngere Publikum. Schuld sind die Auslassungen, die extrem dynamisch und abrupt gehandhabt werden. Früher galt: Nutze eine Bewegung deines Darstellers zum Umschnitt, Beispielsweise ein Aufschauen, Aufstehen, in eine folgende Einstellung mit dem gleichen Darsteller. Heute ist es zweitrangig, wenn nach dem von einer Person eingeleitetem Schnitt jemand ganz anderes durchs Bild läuft. Das Hirn ersetzt die fehlende Information. Noch ein Trick aus der elliptischen Zauberkiste: Wenn Sie schon einen kontinuierlichen Ablauf aus mehreren Blickwinkeln zeigen müssen, dann schneiden Sie mit dem Schnittpunkt einen Moment des Bewegungsablaufes weg. Der Umschnitt funktioniert nämlich im Hirn wie ein kräftiges Blinzeln. Und da vermutet das Hirn ist die Bewegung in der Zwischenzeit weitergegangen.

thumb_VAD0208_scene4_1 In "Täglich grüßt das Murmeltier" beginnt jeder Tag mit dem Blick auf die Uhr. Die immer gleiche Ellipse hat in diesem Fall die Besonderheit der Umkehrung: statt eines Zeitsprungs symbolisiert sie eine Zeitschleife.

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