Zum Hauptinhalt springen

Praxistest Proton Cam und Proton Zoom: Broadcast-Zwerge statt Actioncam - Proton 4K Zoom und Konfiguration

| VIDEOAKTIV

Seite 3 von 4: Proton 4K Zoom und Konfiguration

PROTON 4K ZOOM

Die Proton 4K Zoom überträgt das Konzept auf ein etwas größeres Gehäuse und ergänzt ein integriertes 2,2-fach-Zoom, der Bildwinkel lässt sich damit zwischen 115 und 55 Grad verändern. Ein Zoom-Monster à la PTZ ist die Kamera damit nicht, erlaubt aber die schnelle Bildausschnitt-Anpassung, ohne die Kamera neu zu positionieren oder das Bild nachträglich stark beschneiden zu müssen. Größen- und auch gewichtstechnisch kommt die Proton 4K Zoom einer Actioncam nahe – auch wenn sie eher länglich gebaut ist und, wie die kleine Schwester, weder Display noch Aufnahmeeinheit hat. Dafür bietet sie erheblich mehr gestalterische Freiheit.

Proton Camera Zoom OberseiteAuch die Zoom-Version verarbeitet das Bild mit 12 Bit und unterstützt HLG, PQ sowie S-Log3. Proton nennt eine Leistungsaufnahme von 3,5 Watt und ebenfalls einen Betriebsspannungsbereich von 4,5 bis 25 Volt.

Denn neben dem Zoom lässt sich mit Fokus und Schärfentiefe arbeiten – ein Unterschied, den man im Bild sofort erkennt. Bei einer Studioproduktion stand die Proton Zoom mitten zwischen Mischpulten, Recordern und der übrigen Verkabelung. Wegen ihrer geringen Abmessungen fiel sie im Aufbau kaum auf. Dennoch konnten wir den Bildausschnitt passend einstellen und den Hintergrund sichtbar in Unschärfe auflösen. Gerade bei kleinen Sets oder ungewöhnlichen Kamerapositionen eröffnet das Möglichkeiten, die eine Actioncam mit festem Ultraweitwinkel nicht bietet. Und einen weiteren Vorteil besitzt die 4K Zoom: Sie hat Autofokus und schafft damit gegenüber Actioncams und deren Fixfokus einen echten Unterschied. Der Autofokus funktionierte im Test sehr gut, was auch an der Fokusbegrenzung über die Steuersoftware liegt, mit der man seinen Autofokus-Bereich präzisieren kann und der Kamera beispielsweise bei Talking-Head-Situationen die Arbeit erleichtert.

Proton Camera Zoom RueckseiteBei der Proton Zoom 4K sind die Anschlüsse für Mini-SDI und Stromversorgung schon integriert.

KONFIGURATION

Wer eine Proton-Kamera einsetzt, muss eine vollständige Produktions- und Signalkette aufbauen. Die Kamera benötigt Strom über ein Netzteil und ein Gerät, das das SDI-Signal entgegennimmt. Das kann direkt ein Videomischer sein, aber auch ein Recorder wie in unserem Fall der Atomos Shogun. Für die Konfiguration kommt eine kleine Kommunikationsbox zum Einsatz. Sie versorgt die Kamera und stellt gleichzeitig die USB-Verbindung zum Rechner her. Die Konfigurationssoftware wirkt optisch eher funktional als modern. Dennoch findet man sich schnell zurecht: Die Regler sind logisch benannt und die wichtigen Parameter ohne lange Suche erreichbar. Einstellen lassen sich unter anderem Bildprofil, Auflösung, Bildrate und weitere Parameter der Bildverarbeitung.

Proton Camera SoftwareDie Steuerungs-Software beeindruck zwar nicht mit ihrer Oberfläche, dafür aber mit großem Funktionsumfang und logischer Strukturierung.

Einen kleinen Kritikpunkt gibt es bei der Speicherung der Einstellungen, denn die Änderungen müssen ausdrücklich über den vergleichsweise unscheinbaren Speicher-Button gesichert werden – schließt man die Software vorher, gehen die vorgenommenen Anpassungen verloren. Das ist an für sich nichts Ungewöhnliches, doch nachdem das Speichern inzwischen bei den meisten Anwendungen automatisch erfolgt, wirkt das schon etwas „Old School“. Doch es fällt nicht allzu schwer, sich daran zu gewöhnen. Prinzipiell lässt sich mit der Software ohnehin gut arbeiten.

Proton Camera VerbindungsmodulEine der Tricks der Kamera ist die relativ leichte Konfigurierbarkeit über die USB-Schnittstelle.

Bildqualität und Fazit
Seite
Autor:
Joachim Sauer, Jonas Schupp
Bildquellen:
Proton, MEDIENBUREAU

Weitere Kamera-Artikel

| Magazin Kamera
Nikons neues 70-200 mm-Telezoom soll in der Fotografie ebenso wie bei Videodrehs glänzen und so ein treuer Begleiter in der Hybridära sein. Wir haben das Objektiv an der Z8 getestet.   IM TEST: Nikon Nikkor 70–200 mm 1:2,8…
| Magazin Kamera
Die HoverAir Aqua von ZeroZero Robotics ist nicht nur wasserresistent, sondern soll auch aus dem Wasser starten und wieder landen können. Das macht sie zur idealen Kamerabegleitung bei Regen oder Aktivität auf dem See – wenn sie denn…
| Magazin Kamera
Insta360 geht den umgekehrten Weg von DJI und stellt nach der Luna Ultra die Luna Pro vor, die auf die Tele-Brennweite ihrer großen Schwester verzichtet, dafür aber günstiger ist. Ist sie damit die günstigere Wahl für budgetorientierte…