Seite 3 von 4: Gimbal, Aufnahmemodi und Bildqualität
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GIMBAL
Den aus unserer Sicht größten Fortschritt hat die Osmo Pocket 4 bei der Bildberuhigung gemacht, die nun deutlich sanfter und harmonischer wirkt. Selbst anspruchsvolle Aufgaben, wie die Aufnahme von Selfies bei denen man selten ruhig läuft und auch noch gestikuliert bekommt sie so beruhigt. Fast schon wie geflogen sieht die Verfolgungsfahrt mit dem Fahrrad aus und die bodennahe Aufnahme der Schuhe wirkt ebenfalls schon richtig gut, obwohl diese nur spontan, mit normalem Gang und halb gebückt aufgenommen wurde. Auch die manuelle Steuerung des Gimbals mit dem Joystick ist nun feinfühliger machbar und die automatische Verfolgung von markierten Personen ist tadellos, wobei man aus einer Gruppe von Menschen sogar die gewünschte Person aussuchen und einspeichern kann. Irritieren lässt sich die Kamera weder von zwischen Kamera und Objekt kreuzenden Personen, noch von zwischenzeitlich die Sicht verdeckenden Hindernissen. In unserem Profi-Szenario oben auf der Fotokamera aufgesetzt konnten wir so recht ordentliche Bilder einfangen, da das Framing von der Pocket 4 gut erledigt wurde. Man darf als Fotograf nur nicht vergessen, dass man gleichzeitig auch Videos macht und muss die Kamerakombination entsprechend ruhig bewegen.
Ist die Person einmal erkannt, verfolgt die Osmo Pocket 4 sie zuverlässig und verliert sie äußerst selten.
AUFNAHMEMODI
DJI belässt es bei der Osmo Pocket 4 mit einer maximalen Videoauflösung von UHD mit maximal 60 Bildern. Alternativ wählt man Full-HD – den 2,7K-Modus der Pocket 3 hat DJI gestrichen. Filmt man, indem man das Display wieder zurückdreht, Hochkant, reduziert die Kamera die Auflösung auf 3K – was durchaus eine Alternative sein kann, wenn man direkt einen Upload machen möchte. Wobei man dann auch gleich die Qualität reduzieren kann. Natürlich lässt sich über den Beschnitt der 3K-Aufnahme ebenfalls noch etwas der Bildausschnitt verändern, doch mehr Spielraum hat man aus unserer Sicht wenn man in 4K-UHD im Querformat filmt. Zugelegt hat die Pocket 4 bei den Bildraten, denn im eigenen Zeitlupemodus findet man nun Bildraten bis 240 Bilder. Allerdings darf man dann nicht mit D-Log filmen, sondern muss auf die klassische Aufzeichnung mit maximal 10-Bit-Farbtiefe gehen.
Wie bei allen anderen Actioncams wischt man einfach von unten nach oben über das Display und bekommt dann die Auflösungs- und Bildraten-Einstellungen.
KAMERA
Wir betonen es in jedem Kameratest: Das Filmen mit Log-Profil bietet viele Vorteile – im Besonderen beim Dynamikumfang. Wie gut das ist erkennt man auch bei der Osmo Pocket 4, wobei wir die Aussage von 14 Blendenstufen Dynamikumfang dennoch etwas mutig finden. Wir sehen realistische 12+ Blendenstufen und finden dies für die kleine Kamera schon sehr anständig. Der Haken ist aber, dass man so zwingend in die Nachbearbeitung gehen muss. Wer lieber One-Shots postet, muss also in den Normalmodus wechseln, für den DJI verschiedene Filmlooks integriert hat, die man clevererweise nicht nur einfach auswählen, sondern auch deren Intensität in vier Stufen (30/50/70/100 Prozent) bestimmen kann. So kommt man zum Beispiel mit dem Retro-Filmlook mit 50 Prozent zu einem recht authentischen Bild, das aber nicht übertrieben effektbehaftet ist. Recht gut funktioniert zudem der Nachtmodus, der zwar nicht wirklich die beworbenen langgezogenen Lichter fahrender Autos zeigt, aber über die längere Belichtungszeit durchaus mehr Licht einfängt und nicht all zu schnell ins Rauschen abdriftet. Das geht auf Kosten der Detailschärfe, die aber nicht so dramatisch ausfällt. Gerade für Social Media ist der Nachtmodus damit eine echte Option.
Der Nachtmodus erhöht die Helligkeit auf Kosten der Detailschärfe deutlich. Diese Aufnahme entstand um 21 Uhr in eigentlich vollkommener Dunkelheit.
Nachteil des Nachtmodus ist, dass in ihm maximal 30 Bilder pro Sekunde möglich sind und man auch kein Bildprofil auswählen kann. Wer das braucht, muss im „normalen“ Modus filmen und den ISO-Wert erhöhen. Dieser liegt bei Nutzung des Rec.709-Bildprofil bei ISO 50, in D-Log bei ISO 400. Mit ISO 800, also einer Blendenstufe über der nativen Empfindlichkeit, wird man in jedem Fall glücklich, bei ISO 1600 sieht man dagegen erste Verluste in den Details. Diese Detailverluste sind aber auch bei ISO 3200 noch verkraftbar, doch hier gesellt sich nun ein Bildrauschen dazu. Bei ISO 6400 wird die Kombination aus Detailverlust und Bildrauschen dann so, dass das Bild schlicht unschön ist.
Mit ISO 800 sieht das Bild noch nahezu perfekt aus, bei ISO 1600 sieht man im Kopfsteinpflaster bereits erste Detailverluste und bei ISO 3200 kommt noch ein Bildrauschen hinzu.